Katzenbesitzer kennen das typische Geräusch und die Körperhaltung, wenn die Katze erbricht. Nicht immer bedeutet das Erbrechen etwas Schlimmes. Trotzdem ist es wichtig, die Katze genau zu beobachten und bei Auffälligkeiten den Tierarzt aufzusuchen. Wir zeigen Ihnen, welche Ursachen das Erbrechen Ihrer Katze haben kann, wann Sie mit Ihrer Fellnase zum Tierarzt gehen sollten und wie Sie das Tier behandeln können.

Ursachen, weshalb Ihre Katze sich übergibt

Bevor eine Katze sich übergibt, lässt ihr Verhalten bereits erahnen, was gleich folgt. Da die Speichelproduktion angeregt wird, lecken Katzen sich vor dem Erbrechen vermehrt die Lippen und schlucken übermäßig, auch starkes Speicheln gehört dazu. Wenn sich die Katze dann erbricht, beginnt der Bauch, sich nach vorne und hinten zu wölben, und der Kopf nickt nach oben und unten.

Beobachten Sie dieses Verhalten bei Ihrem Tier, stressen Sie es nicht und gewähren Sie ihm Ruhe. Das Erbrechen ist eine Schutzreaktion des Körpers gegen Krankheitserreger und Fremdkörper. Katzen erbrechen sich also nicht aus Frust, sondern weil der Körper sich schützen möchte. Bestrafen Sie Ihren Stubentiger daher auch nicht nach dem Erbrechen. Beobachten Sie ihn jedoch auf jeden Fall und versuchen Sie, den Grund für das Erbrechen Ihrer Katze herauszufinden. In vielen Fällen lässt sich die Ursache bereits am Erbrochenen erkennen.

Haarballen und Gras

Kommt es gegen Frühling und Herbst zum Fellwechsel Ihres Lieblings, könnte dies ein Grund für häufigeres Erbrechen Ihrer Katze sein. Beim Fellwechsel haaren die Tiere besonders stark, was bei der Fellpflege dazu führt, dass mehr Haare verschluckt werden. Im Magen kommt es dabei häufig zur Bildung von Haarballen. Diese sind in der Regel ungefährlich und werden von der Katze durch Würgen oder Erbrechen ausgeschieden.

Erbricht Ihre Katze Schaum oder eine wässrige Pfütze mit einem Haarballen darin, müssen Sie daher vorerst nicht besorgt sein. Das Hervorwürgen des Haarballens ist sogar wichtig, da größere Haarballen die Tätigkeiten im Magen-Darm-Trakt einschränken und zu Reizungen oder im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss führen können.

Finden Sie Gras in einer klaren Pfütze Erbrochenem vor, ist auch das kein Grund zur Sorge. Katzen können Gräser nicht gut verdauen, nehmen diese aber gerne zu sich, da die Unverdaulichkeit des Grases ihnen dabei hilft, im Magen gesammelte Haarballen wieder hervorzuwürgen. Ermöglichen Sie Ihrer Katze also vor allem während des Fellwechsels Zugang zu Gras. Für Wohnungskatzen kann das Gras zu diesem Zweck auch in einem Pflanztopf in der Wohnung aufgestellt werden.

Nahrungsunverträglichkeiten und Vergiftungen

Entgegen der Darstellung in Film und Fernsehen sind Milchprodukte nicht immer bekömmlich für den Katzenmagen. So gerne die Tiere eine Schüssel Milch trinken, so stark kann es ihnen auch auf den Magen schlagen. Katzen vertragen nämlich meist keine Laktose. Die Folgen vom Verzehr laktosehaltiger Lebensmittel sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Möchten Sie Ihrem Liebling trotzdem hin und wieder etwas Gutes tun, greifen Sie zu laktosefreier Milch oder spezieller Katzenmilch. Die Milch sollte aber kein fester Bestandteil der Ernährung werden, da sie sehr kalorienhaltig ist.

Haben Sie nicht nur eine Katze, sondern auch einen Hund, sollten Sie darauf achten, dass die Katze das Hundefutter nicht frisst. In diesem können Inhaltsstoffe enthalten sein, die Ihre Katze nicht verträgt und die sie dann wieder erbricht.   

Neben Hundefutter kann ebenso das Katzenfutter selbst Ursache für das Erbrechen sein. Manche Katzen haben einen sensiblen Magen und vertragen nicht jedes Futter. Diese Unverträglichkeiten gehen oft mit Erbrechen, Durchfall, allgemeiner Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust einher. Auch das vermehrte Lecken im Bereich des Anus und entzündete Analdrüsen können Folgen sein. Treten diese Symptome auf, sollten Sie sich beim Tierarzt bezüglich einer Nahrungsumstellung beraten lassen.

Vorsicht ist geboten, wenn die Katze etwas gefressen hat, das grundsätzlich nicht für den Verzehr gedacht ist. Dazu gehören kleine Gegenstände und Schnüre, die eventuell beim Spielen verschluckt werden, jegliche Fremdkörper oder giftige Zimmerpflanzen. Lassen Sie Ihren Stubentiger also nicht unbeaufsichtigt mit verschluckbaren Gegenständen alleine und überprüfen Sie, ob Ihre Pflanzen für Katzen giftig sind.

Bei Freigängern mit Erbrechen sollten Sie prüfen, ob diese im Garten etwas Giftiges gefressen haben könnten. Das gilt sowohl für Pflanzen als auch für Giftköder. Neben Erbrechen kommen bei einer Vergiftung Symptome wie Orientierungslosigkeit, vermehrter Speichelfluss und Apathie hinzu. Haben Sie den Verdacht, dass Ihre Katze sich vergiftet hat, suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf.

Angst und Stress

Psychische Ursachen können auch Auslöser dafür sein, dass Ihre Katze sich erbricht. Frisst sie beispielsweise zu schnell, weil sie Angst hat, dass ihr das Futter weggenommen wird, kann es zum Erbrechen kommen. Um Futterneid zu vermeiden, stellen Sie also für jedes Tier eine eigene Schale auf und sorgen Sie für Ruhe am Futterplatz.

Umzüge, Reisen oder sogar das Umstellen von Möbeln können Stress bei Ihrem Stubentiger auslösen. Katzen sind Gewohnheitstiere und sehr sensibel. Verändert sich ihre Umgebung, reagieren sie mit Stress, woraus auch Übelkeit und Erbrechen resultieren können. Sorgen Sie in solchen Fällen dafür, dass die übliche Routine weitestgehend beibehalten wird, und schenken Sie der Katze viel Aufmerksamkeit.

Infektionskrankheiten und Parasiten

Vor allem Freigänger, die Kontakt zu anderen Tieren haben, fangen sich hin und wieder Krankheitserreger ein. Manche Erreger sind harmlos, andere können der Katze gefährlich werden. Zu Letzteren gehört beispielsweise das Panleukopenie-Virus, welches hochansteckend ist und vor allem für Kitten tödlich sein kann. Die Symptome, die mit dem Virus einhergehen, reichen von Erbrechen und Durchfall zu Apathie und Fieber. Um einer Infektion mit dem Panleukopenie-Virus vorzubeugen, sollten Sie Ihre Katze früh impfen lassen.

Andere Magen-Darm-Infektionen können von unterschiedlichen Viren, Bakterien oder auch Parasiten ausgelöst werden. Übergibt sich Ihre Fellnase also häufiger, vor allem in Kombination mit Durchfall, und bemerken Sie ein verändertes Verhalten, sollten Sie einen Tierarzt zurate ziehen. Meistens kann der Infektion mit Antibiotika oder ähnlichen Medikamenten entgegengewirkt werden. Bei Parasiten zählen Giardien und Würmer zu häufigen Auslösern für Erbrechen. Wenn Ihre Katze Würmer erbricht, liegt zweifellos ein Wurmbefall vor, den Sie behandeln sollten. Während Giardien mit Medikamenten behandelt werden, die über mehrere Tage eingenommen werden, genügt bei einem Wurmbefall in der Regel eine Wurmkur. Auch spezielles Diätfutter kann Ihrer Katze helfen, bei Magen-Darm-Beschwerden wieder auf die Beine zu kommen.

Organische Erkrankungen

Neben äußeren Einflüssen sind organische Erkrankungen manchmal ebenfalls Auslöser für Erbrechen. Dazu zählt beispielsweise die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), die den Stoffwechsel beeinflusst. Bemerken Sie bei Ihrem Vierbeiner neben dem Erbrechen unter anderem eine ungewöhnliche Rastlosigkeit, Heißhunger sowie großen Durst, könnte das auf eine Überfunktion hinweisen.

Auch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder der Magenschleimhaut kann Ursache dafür sein, dass Ihre Katze erbricht. Damit einhergehend zeigen sich oftmals eine Gewichtsabnahme aufgrund des verringerten Appetits, Atembeschwerden sowie Teilnahmslosigkeit.

Erbricht Ihre Katze weißen Schaum oder klare Flüssigkeit, können diese auch Symptome einer Niereninsuffizienz sein, die zur Übersäuerung des Magens und Übelkeit führt. Eine Niereninsuffizienz kann mit Fieber, Schlappheit, Schmerzen, Appetitlosigkeit und häufigem Harndrang einhergehen und sollte unbedingt ernst genommen und behandelt werden.

Sollte Ihr Liebling neben dem mehrfachen Erbrechen ein anormales Verhalten zeigen, suchen Sie dringend einen Tierarzt auf. Dieser kann durch eine Stuhlprobe, Blutabnahme oder Untersuchungen wie Röntgen- und CT-Aufnahmen feststellen, ob eine organische Erkrankung vorliegt und wie diese zu behandeln ist.

Wurde schon vorab eine Erkrankung diagnostiziert, welche mit Medikamenten behandelt wird, kann das Erbrechen – sofern es nach der Einnahme eintritt – auch durch die Medikamente ausgelöst werden. Fragen Sie Ihren Arzt in diesem Fall nach einer Alternative.

Warten Sie nicht zu lange mit dem Tierarztbesuch

Erbricht sich Ihre Katze nur einmal und lässt sich die Ursache auf Haarballen oder den Grasverzehr zurückführen, ist ein Besuch beim Tierarzt nicht notwendig. Sie können sich trotzdem telefonisch vergewissern, dass mit dem Tier alles in Ordnung ist. Hält das Erbrechen jedoch 12 bis 24 Stunden an, ist ein Tierarztbesuch unvermeidlich.

Stellen Sie eine dunkle Verfärbung oder sogar Blut im Erbrochenem fest, melden Sie sich sofort beim Arzt. Hier kann eine innere Verletzung vorliegen, die im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein könnte. Teilen Sie dem Arzt grundsätzlich die Farbe und Konsistenz des Erbrochenen mit. Gelbe, grüne oder weiße Verfärbungen deuten eventuell auf eine entzündete Magenschleimhaut hin.

Ist die Katze erst seit Kurzem Ihre neue Mitbewohnerin, ist bei Erbrechen immer ein Arztbesuch zu empfehlen. Da Sie das Tier noch nicht gut kennen, können Sie möglicherweise noch nicht so gut deuten, weshalb das Tier sich erbricht. So können auch – vor allem bei Kitten – mögliche chronische Krankheiten ausgeschlossen werden.

Beugen Sie dem Erbrechen Ihrer Katze vor

Helfen Sie Ihrem Tier bei der Fellpflege, sodass es nicht zu viele Haare verschluckt. Bürsten Sie es insbesondere im Herbst und Frühling, wenn der Fellwechsel ansteht. Als Hausmittel kann auch eine Malzpaste verdauungsfördernd wirken.

Vermeiden Sie potenzielle Gefahren im Haushalt wie giftige Zimmerpflanzen, herumliegende Schnüre oder Kleinstgegenstände. Sollten Kleinkinder im Haushalt leben, lassen Sie diese nicht unbeaufsichtigt mit der Katze allein, damit die Kinder ihr nicht versehentlich etwas Falsches zum Fressen geben.

Um Stress beim Fressen zu vermeiden, sorgen Sie für ein ruhiges und sauberes Futterplätzchen. Bei einer Futterumstellung gehen Sie schrittweise vor. Geben Sie nach und nach etwas mehr von dem neuen Futter zum alten hinzu. Beim Füttern gilt es generell darauf zu achten, dass das Tier nicht nur morgens und abends Futter bekommt. Entwickelt es großen Hunger über den Tag oder die Nacht, beginnt es am Abend beziehungsweise Morgen zu schlingen, was auf den Magen schlagen kann. Besser sind mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt.

Wenn sich Ihre Katze bereits übergeben hat, füttern Sie sie die nächsten Stunden nicht. Hat das Tier sich nur den Magen verdorben, sollte das Übergeben nach kurzer Zeit aufhören. Füttern Sie Ihre Katze anschließend langsam mit kleinen Portionen Schonkost oder mit auf die Katze abgestimmtem Spezialfutter, damit der Magen nicht erneut gereizt wird. 

FAQ – häufige Fragen

Erbricht sich ihre Katze nur ein- bis zweimal und zeigt sie sonst kein anormales Verhalten, genügt es in der Regel, wenn sie den Magen des Tieres schonen. Dazu gehört, dass sie Ihr Tier in den Stunden nach dem Erbrechen nicht füttern und anschließend mit Schonkost beginnen. Kommt das Erbrechen in gesteigerter Frequenz vor und treten weitere Symptome wie Gewichtsverlust, Durchfall, Fieber, glasige Augen und Apathie auf, sollten Sie mit dem Besuch beim Tierarzt nicht länger als 12 bis 24 Stunden warten. Der Verlust von Wasser und Nährstoffen kann für die Katze schnell lebensgefährlich werden. Gleiches gilt für Erbrochenes mit ungewöhnlichen Farben wie Rot, Grün oder Gelb. Blut im Erbrochenen ist grundsätzlich ein Warnzeichen für eine Verletzung und sollte vom Tierarzt untersucht werden.

Erbrechen sich Katzen, liegt das an einem Schutzmechanismus des Immunsystems. Fühlt dieses sich bedroht, beispielsweise durch Viren, Parasiten oder auch aufgrund von verdorbenem Futter, versucht es, den Mageninhalt loszuwerden. Dass sich Ihre Katze in diesem Moment übergibt, ist vorerst etwas Gutes. Der Körper schützt sich vor einer Gefahr. Erst wenn das Erbrechen gehäuft über mehrere Stunden andauert oder in Kombination mit anderen Symptomen auftritt, wird es problematisch für das Tier, da es viel Wasser und Nährstoffe verliert. In diesem Fall muss ein Tierarzt konsultiert werden.

Füttern Sie Ihre Katze nicht direkt nach dem Erbrechen. Warten Sie einen halben Tag, um zu vermeiden, dass der gereizte Magen erneut überfordert wird. Beginnen Sie im Anschluss mit leichter Schonkost wie vorgekochtem Hühnchen und gekochtem Reis sowie Karotten. Füttern Sie zudem nur kleine Portionen. Fetthaltiges Futter oder rohes Fleisch sollten Sie nicht anbieten, da der Magen dadurch erneut gereizt werden kann. Wichtig ist auch, dass Sie Ihrem Liebling viel Flüssigkeit und eventuell Elektrolyte zur Verfügung stellen.